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Süßen ohne Zucker - geht das?

Süßende Lebensmittel und Süßungsmittel


„Gesundes Süßen“ oder „Süßen ohne Zucker“ mit solchen oder ähnlichen Slogans werden Zuckeralternativen im Internet, der Werbung oder Sozialen Medien angepriesen. Die Alternativen sind zum Beispiel Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker. Aber was ist dran an diesen vermeintlich gesünderen Alternativen zum Zucker? Was steckt drin und wie unterscheiden sie sich vom Haushaltszucker? Eine Gegenüberstellung:

Direkt zum Fazit über süßende Lebensmittel

Alternative Süßungsmittel

Süßendes
Lebensmittel

Herstellung

Zusammensetzung

Süßkraft /
Geschmack

Nährwert je 100 g

Weißer Zucker

aus Zuckerrüben bzw. Zuckerrohr

100 % Haushaltszucker

1

399 kcal

Honig

durch Bienen aus Pflanzennektar bzw. Honigtau

ca. 80 % Zucker (Frucht-, Trauben- und Haushaltszucker)

max. 18 % Wasser

ca. 3 % Enzyme, Aromastoffe, Säuren, Vitamine, Mineralstoffe

1,2

Je nach Sorte mild bis aromatisch

302 kcal

Ahornsirup

eingedampfter Saft des Ahornbaums

ca. 67 % Zucker (Haushaltszucker, geringer Anteil Fruchtzucker)

ca. 32 % Wasser

ca. 1,5 % Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Polyphenole

< 1

Je nach Erntezeitpunkt milder bis intensiver Geschmack

275 kcal

Zuckerrübe auf Feld
Zuckerrübe - die natürliche Quelle des Haushaltszuckers
Schale mit Honig und Honigwaben
Honig - von Bienen produzierte Zuckerlösung
Süßendes
Lebensmittel
Herstellung ZusammensetzungSüßkraft /
Geschmack
Nährwert je 100

Agavendicksaft

aus Agavenherzen gewonnener Saft, Spaltung des enthaltenen Inulins (Ballaststoff), Eindampfen

ca. 77 % Zucker (davon 90 % Frucht-, 10 % Traubenzucker)

ca. 23 % Wasser

Spuren von Mineralstoffe und Vitaminen

1,2

Neutraler Geschmack

304 kcal

Apfel-/ Birnendicksaft

eingedickter Saft aus Äpfeln und/oder Birnen

ca. 70-80 % Zucker (Frucht-, Traubenzucker)

ca. 20-30 % Wasser

Spuren von Mineralstoffen, Vitamin C

<1

Sortentypischer Geschmack

260-350 kcal

Reissirup

aus Reismehl durch Spaltung der Stärke gewonnen

ca. 54 % Zucker (Malzzucker, Traubenzucker)

Oligosaccharide

ca. 23 % Wasser

Spuren von Mineralstoffen

< 1

Neutraler Geschmack

316 kcal

Kokosblütenzucker

aus Blüten von Kokospalmen gewonnener Saft, eingedickt, getrocknet und vermahlen

ca. 95 % Zucker (Haushaltszucker, Fruchtzucker)

Spuren von Mineralstoffe, Vitaminen, Aminosäuren

1

Karamelartiger Geschmack

390 kcal

Süßende Lebensmittel - das Fazit

Zuckeralternativen wie Honig, Dicksäfte oder Sirupe werden häufig als „gesund“ beworben, wohingegen der „böse“ Haushaltszucker schon fast als Gift gilt. Zucker gilt als Mitverursacher von Karies, Übergewicht und Diabetes. Insgesamt ist es wünschenswert – und wird von den einschlägigen Fachgesellschaften empfohlen – den Zuckerkonsum zu verringern. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Zucker aus Zuckerrüben oder Zuckeralternativen stammt. Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup und Co. bieten in diesem Sinn keinen Vorteil. Auch die Gehalte an Mineralstoffen und Vitaminen sind zu vernachlässigen. Einen Vorteil bieten die Alternativen allerdings: sie erweitern die geschmackliche Palette beim Süßen durch ihre teilweise sehr spezifischen Aromastoffe. In Maßen eingesetzt, können sie daher den Speiseplan bereichern. „Süßen ohne Zucker“ ist das allerdings nicht.

Steviablätter und -puder
Steviasüße - Süßstoff mit Lakritzgeschmack

Alternative Süßungsmittel

Tatsächlich ohne Zucker süßen lässt sich mit Zuckeraustauschstoffen oder Süßstoffen. Diese gelten in der EU als Zusatzstoffe und benötigen eine Zulassung. Dazu zählen zum Beispiel Birkenzucker oder Stevia. Auch wenn die Namen so klingen, natürliche Süßungsmittel sind dies nicht:

  • Birkenzucker, auch als Xylit bezeichnet, ist ein Zuckeraustauschstoff (E 967), der durch chemische Prozesse unter anderem aus Birkenholz, anderen Hölzern oder Mais gewonnen wird.
  • Bei Stevia sind in der EU lediglich die aus den Blättern der Pflanze isolierten Steviolglykoside als Süßstoff zugelassen. Die Pflanze selbst gilt als neuartiges Lebensmittel und hat keine Zulassung nach der Novel-Food-Verordnung erhalten.

Süßungsmittel

Herstellung

Besonderheiten

Süßkraft / Geschmack

Nährwert je 100 g

Birkenzucker

Aus Rinde von Birken und/oder anderen Holzarten, verschiedenen Früchten, Gemüsearten und Maiskolben chemisch hergestellt

Zuckeraustauschstoff Xylit (E 967)

kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken

anti-kariogen

ca. 1

Ähnlich wie Haushaltszucker

240 kcal

Steviasüße

Aus Blättern der Stevia-Pflanze chemisch isolierte Steviolglykoside

Süßstoff E 960

Als Streusüße teilweise mit Erythrit [1] als Füllstoff

250

Lakritzartiger Geschmack

0 kcal

[1] Zuckeraustauschstoff (E 968), durch Fermentation aus Stärke gewonnen


Ergebnisse aus der amtlichen Lebensmittelüberwachung zu Süßungsmitteln finden Sie auf der Internetseite des LAVES: www.laves.niedersachsen.de.

Weitere Informationen rund um Zucker und süßende Alternativen finden Sie auf den Internetseiten unserer Partner:


Kompass Ernährung (BMEL)

Die süße Versuchung (pdf)

BZfE

Zucker

BZfE

Süßende Lebensmittel und Süßungsmittel

Verbraucherzentrale

Kokosblüten-, Birkenzucker, Stevia & Co: natürliche Süßmacher oder Werbemasche?


Weißer Zucker, Kokosblütenzucker, Honig, Ahornsirup, Zuckerwürfel in verschiedenen kleinen Schalen.  

Zucker und einige der Alternativen

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